Donnerstag, 31. Januar 2013

Cannabis als Medizin
Tschechien legalisiert die Droge auch für die Parkinson-Therapie
Deutschland legalisierte bereits 2011 THC-haltige Phytopharmaka

Cannabis-Medikament aus dem Jahr 1937
Tschechien hat die Legalisierung von Cannabis zu medizinischen Zwecken beschlossen. Nach einem Beschluss des tschechischen Parlament darf die Droge von Ärzten verschrieben werden, um schwere Krankheiten wie Krebs, Parkinson oder multiple Sklerose zu behandeln. 67 von 74 anwesenden Senatoren im Oberhaus stimmten der Cannabis-Legalisierung zu therapeutischen Zwecken zu.

Das Therapie-Cannabis in Tschechien soll zunächst ein Jahr lang soll aus Israel oder den Niederlanden eingeführt werden; danach werden fünfjährige Lizenzen an Züchter im Land vergeben.

Hanf als Medizin soll bereits die Äbtissin Hildegard von Bingen im 12. Jahrhundert erwähnt haben.

Viele Studien des 20. Jahrhunderts weisen darauf hin, dass arzneiliches Potential in der Schmerztherapie, bei Depressionen und bei vielen Autoimmunerkrankungen, wie beispielsweise Multipler Sklerose, Morbus Crohn vorliegt. Gut dokumentiert und nachgewiesen ist die Wirksamkeit der Cannabis-Bestandteile Δ9Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD) bei Übelkeit, Erbrechen, und Kachexie (krankhafte Abmagerung).

In Deutschland ist Cannabis seit Mai 2011 „zur Herstellung von Zubereitungen zu medizinischen Zwecken“ verkehrsfähig. Cannabishaltige Fertigarzneimittel (Phytopharmaka) sind verschreibungsfähig.

Zuvor konnten cannabishaltige Arzneimittel nur in begründeten Ausnahmefällen und nach einer entsprechenden Erlaubnis durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) von betroffenen Patienten zur Anwendung im Rahmen einer medizinisch betreuten und begleiteten Selbsttherapie erworben werden. 2007 wurde solch eine Ausnahmegenehmigung erstmals für eine an Multiple Sklerose erkrankte Patientin erteilt. Vorangegangen war die Legitimation durch das Urteil des Bundessozialgerichtes im Jahr 2005.

In Teilen der "alternativen Szene" gibt es Tendenzen, Cannabis als eine "natürliche Antwort" auf die Medikamente der Schulmedizin anzupreisen. Die beschriebenen Wirkungen von Cannabis sind mittlerweile unbestritten. zu bedenken ist aber, dass auch "Naturmedizin" alles andere als nebenwirkungsfrei ist.

Als Nebenwirkungen einer Cannabistherapie können Schwindel, Müdigkeit, Übelkeit, erhöhter Puls („Herzrasen“, Tachykardie), Blutdruckabfall, Mundtrockenheit, Kopfschmerzen, gerötete Augen, psychiatrische Störungen und eine Reihe weiterer unerwünschter Wirkungen auftreten, die auch von der Art der Verabreichung, der Dosis und Therapiedauer sowie einer Vielzahl weiterer Faktoren abhängen.

jos

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